Szenenanalyse „Vorstellungsbesuch“

 
In dieser Szenenanalyse wird Bezug auf das Kapitel „Vorstellungsbesuch“ aus dem Film „Der Schinderhannes“ von 1958 genommen. In dieser Szene tritt der Räuberhauptmann Schinderhannes als erstes in Aktion und wird als „Robin Hood“ dargestellt. Diese Stelle befindet sich relativ zu Anfang des Films und übermittelt so einen ersten Eindruck vom Räuberhauptmann.
Zu Beginn der Szene ist ein Saal zu sehen, in dem ein rauschendes Fest stattfindet. Es wird getanzt und ein Graf Klebebost wird vorgestellt. Er spricht mit einigen Adligen über den Umgang mit den Bauern, als sein Sohn erscheint. Dieser spricht seinen Vater auf die Verhaftung eines unschuldigen Bauern an, allerdings wird er vom Grafen abgewiesen. Als der Graf zum Tanzen aufgefordert wird, stürmen plötzlich unzählige Räuber den Saal. Die Adligen versuchen zu fliehen, doch die Räuber haben sie längst umstellt. Schinderhannes, mit einem Tuch maskiert, kommt eine Treppe hinauf und winkt den Grafen zu sich herüber. Als dieser vor ihm steht, lässt er die Maske fallen und gibt sich so zu erkennen. Er spricht den Grafen auf ihre gemeinsame Vergangenheit an, stellt einige seiner Anhänger vor und berichtet von deren Schicksal. Schinderhannes zeigt dem Grafen die rebellierenden Bauern im Dorf und schlägt vor ihn mit 50 Peitschenhieben zu bestrafen. Der Graf stößt Schinderhannes jedoch zurück und versucht zu fliehen. Er wird von einigen Räubern gestoppt und bewusstlos geschlagen. Schinderhannes weist die Räuber an, alles, was sie tragen können, mitzunehmen. Die Musik fängt, von den Räubern dazu aufgefordert, wieder an zu spielen und die Räuber beginnen die reichen Herrschaften zu bestehlen. Am Ende der Szene küsst der Räuberhauptmann eine junge Frau und stiehlt ihr ihre Kette. Er verschwindet wieder über die Treppe.
Die Hauptpersonen dieser Szene sind der Graf und Schinderhannes, wobei die dominante Rolle durch den Räuber vertreten wird. Dieser agiert sehr selbstbewusst und bestimmend. Der Graf hingegen ist zu Anfang noch voller Selbstsicherheit, verliert diese aber im Verlauf des Gesprächs mit dem Räuberhauptmann. Schinderhannes und der Graf kennen sich schon von früher, damals wurde er auch vom Grafen mit Peitschenhieben bestraft. Aus diesem Grund ist er heute wieder da, zum einen möchte er sich beim Grafen rächen, ihn ausrauben und bloßstellen, zum anderen ist er auch mit der Absicht gekommen, ihm seine unmenschliche Handlugsweise vor Augen zu führen. In dieser Szene berichtet er dem Grafen von dem Schicksale seiner Anhänger und dem harten Leben der Bauern. Er bestiehlt den Grafen also nicht aus erster Linie aus Eigennutz, sondern um den ungerecht behandelten Bauern zu helfen. Diese Szene stellt Schinderhannes zwar als den plündernden Räuber dar doch nicht als gewalttätigen mordenden Anführer. Er bestiehlt zwar die Adligen, allerdings kommt weder jemand durch seine Hand zu Schaden, noch fordert er einen seiner Anhänger auf jemanden zu verletzten. 
Somit bleibt zu sagen, dass diese Szene vermittelt, wie der Schinderhannes von Zuckmayer dargestellt werden soll: als Anwalt der entrechteten Bauern.

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