Geschichtliche Hintergründe zum Leben

Johannes Bücklers

Im Jahre 1789, zehn Jahre nach Johannes Bücklers Geburt, brach in Frankreich die Französische Revolution aus, deren primäres Ziel es war, die ungerechten Besitz- und Machtverhältnisse zu beseitigen. In deren Verlauf wurden, auch im Rahmen der Verteidigung  gegen die Konterrevolution, ihrerseits bestehend aus österreichischen und bayrischen Truppen, Revolutionskriege geführt, in deren Verlauf auch das geographische Gebiet des heutigen Deutschlands besetzt wurde; das ostrheinische Gebiet, darunter auch das Herzogtum Nassau, welches von Johannes Bückler zu Beginn als Rückzugsgebiet verwendet wurde, wechselte häufig den Besitz, was zu chaotischen Zuständen, sowie aufgrund des Nahrungsbedarfs der französischen Revolutionsarmee, die, im Gegensatz zu konventionellen zeitgenössischen Truppen, über keine geregelte Nahrungsversorgung verfügte, zu Armut und Nahrungsknappheit bei der gemeinen Bevölkerung führte. Das zu Beginn von Johannes Bückler favorisierte Aktionsgebiet - der westrheinische Hunsrück - war bereits während der Französischen Revolution an Frankreich gefallen und musste dementsprechend an die Französische Regierung Abgaben entrichten. Diese Zustände begünstigten selbstverständlich räuberische Tendenzen in hohem Maße.

Nachdem Napoleon im Jahre 1799 durch einen Coup d’État die Macht übernommen hatte, kam es fünf Jahre später zu dem dritten Koalitionskrieg, vor welchem sich sowohl Baden, Bayern, als auch Württemberg mit Frankreich verbündeten und somit der Rheinbund entstand. Nachdem auch Preußen Napoleon unterlag, traten neben Preußen selbst auch ein Großteil anderer deutscher Staaten dem Rheinbund bei. Das Herzogtum Nassau trat ebenfalls 1806 dem Rheinbund bei und befand sich folglich im französischen Einflussbereich.

Die Situation der Bauern  zu dieser Zeit war – trotz abgeschaffter Leibeigenschaft – sehr schlecht, da sie hohe Abgaben an ihre Grundherren entrichten mussten. Diese Pflichten wurden zwar im Zuge der Besatzung durch die französische Revolutionsarmee bzw. bei der Gründung des Rheinbundes abgeschafft, nichtsdestotrotz führte der Krieg zu einer Verschlechterung ihrer Situation, da sie, wenn auch unfreiwillig, die schlecht ausgerüsteten französischen Truppen versorgen mussten. Insofern ist es nachzuvollziehen, dass räuberische Überfälle sie in dieser desolaten Situation sehr schwer trafen. Allerdings verbesserte sich die Situation der Bauern auch nach dem Fall Napoleons nicht, da ihnen durch die im Rahmen des Wiener Kongresses (1814-15) stattfindende Restauration ihre Rechte wieder genommen wurden und des Weiteren das Gebiet des Hunsrück auch an Preußen fiel.

aus: http://www.schinderhannes-festspiele.de/johannes-bueckler/seine-zeit/?PHPSESSID=e86cb0093fd4761ec5513ede7bdb2ff7 (Zugriff erfolgte am 25.August 2012)


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